„Wie Hund und Katz?“ So gewöhnen Sie Ihre Vierbeiner aneinander

Kennen Sie die niedlichen Tiervideos, in denen Hunde mit Katzen, Tauben mit Mäusen und Pferde mit Kühen schmusen? Was zum Dahinschmelzen aussieht, ist leider nicht die Regel, sondern die absolute Ausnahme im Tierreich. Nicht umsonst drückt die Redewendung „wie Hund und Katze“ aus, dass es gerade zwischen den beliebtesten Haustieren arge Konflikte geben kann. Erst Recht, wenn der eine das Hausrecht hat und der andere dazu kommt. Für die Eingewöhnung gilt: Die Tiere bestimmen den Rhythmus! Und vor allem: Geduld, Geduld, Geduld!

 

Sie wissen es sicherlich selbst: Wer Hunde und Katzen in einem Haushalt aneinander gewöhnen möchte, braucht Zeit, Geduld und Verständnis. Doch schon bevor es so weit ist, sollten Sie die Entscheidung gut überdenken. Achten Sie auf den Charakter des schon vorhandenen Tieres und schätzen Sie ehrlich ein, wie die Umgewöhnung klappen könnte. Es hilft niemandem, wenn Sie sich zu etwas zwingen, bei dem Sie sich nicht sicher sind. Denn: Unsicherheiten beim Tierhalter wirken sich auch auf die Tiere aus!

 

Zeit nehmen und die Tiere nicht alleine lassen

Wenn möglich, planen Sie für die Eingewöhnung einige Tage ein, in denen Sie optimalerweise jederzeit verfügbar sein können. Denn gerade in ungewohnten Situationen ist die Nähe von Herrchen oder Frauchen sehr wichtig. Wie lange die Ein- und Umgewöhnung tatsächlich dauert, ist abhängig von verschiedenen Faktoren und lässt sich nicht vorab festlegen. Welche Charaktere haben die Tiere? Wie schnell lassen sie sich auf neue Situationen ein? Wie lange sind sie schon zuhause das einzige Tier? Letztendlich entscheiden die Tiere, wie lange die Gewöhnung aneinander dauert, nicht Sie.

 

Ihr Paket für eine gelungene Eingewöhnung: Viel Ruhe, viel Geduld und viel Verständnis. Gehen Sie ruhig und entspannt mit Ihren Tieren um und lassen Sie Lärm und Unruhe besser draußen. Das gilt auch dann, wenn die Eingewöhnung gerade auf dem richtigen Weg schien und plötzlich machen Ihre Tiere wieder Rückschritte. Auch das ist normal und gehört zur gegenseitigen Gewöhnung dazu. Auch wenn es nicht hilft, dass bereits viele Tierbesitzer ihre Tiere erfolgreich aneinander gewöhnt haben, ist die Aussicht auf Erfolg vielleicht doch kein schlechter Gedanke, oder?

 

Ohne Grundgehorsam geht es nicht!

Der wichtigste aller Tipps: Beginnen Sie erst dann mit der Gewöhnung aneinander, wenn beim Hund ein Grundgehorsam vorhanden ist und keines der Tiere besonders aggressiv ist, da die Ein- und Aneinandergewöhnung tatsächlich zu einem Katz-und-Maus-Spiel werden kann. Keines der Tiere sollte das andere jagen. Hunde sollten deshalb entsprechend gesichert werden.

 

Wer sein Tier verstehen möchte, muss wissen, in welchen Gefühlswelten es während der Eingewöhnung gefangen ist. Angst, Unsicherheit, Neugierde und Verlustängste wechseln sich dabei freudig ab. Umso wichtiger ist es, den betreffenden Tieren möglichst viel Sicherheit zu geben, da das die Angst deutlich mindern kann.

 

Von Kuscheldecken und Rückzugsmöglichkeiten

Kommt es nun zu den ersten Zusammentreffen, sollten den Tieren verschiedene Rückzugsmöglichkeiten gegeben werden, in die kein anderes Tier eindringen kann. So können sich beide in Ruhe beschnuppern. Helfen kann dabei übrigens auch das Austauschen von Kuscheldecken. So können sich die Tiere kennenlernen, ohne sich wirklich nahe zu kommen.

 

Grundsätzlich gilt, dass die Katze meist deutlich mehr Respekt vor dem Hund hat als andersherum. Ausreichend Zeit und Ruhe können die Angst und die Schmerzgrenze der Tiere stetig verringern. Ein Leckerli zur Belohnung übrigens auch! Ist das erste Zusammentreffen geglückt, heißt es dann „nur“ noch: Üben, üben, üben!